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Vollmond-Schlafstörungen

« Mythos oder Wahrheit? »

Der Mond hat die Menschen schon immer beschäftigt, nicht erst in der heutigen Zeit. Im Volksglauben herrschen einige Mythen über den Mondeinfluss auf uns. Tatsächlich leiden viele bei Vollmond unter Schlafstörungen (Insomnie). Ob das nur subjektiv oder Vollmond-Schlaflosigkeit bewiesen ist, konnte bisher allerdings noch nicht restlos geklärt werden.

Der Mond und seine Bedeutung für das Leben auf der Erde

Der Erdtrabant verursacht durch seine Anziehungskraft Ebbe und Flut und kontrolliert und regelt damit das Leben von Meeresorganismen und Strandtieren. Zum Beispiel treten bei Mondlicht Algen, die die Nahrungsgrundlage für viele Meeresbewohner sind, an die Oberfläche der Ozeane. Jedoch liegt die größte Bedeutung des Mondes in der weitgehenden Stabilisierung der Erdachse, da schon kleinste Schwankungen des derzeitigen Winkels von 23 Grad und 27 Minuten tiefgreifende Auswirkungen haben können. Der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen steht in direktem Zusammenhang mit dem Neigungswinkel der Erdachse und bestimmt hauptsächlich die unterschiedliche Erhitzung der Erdoberfläche. Eine Abweichung dieses Winkels würde sich nachhaltig im Klima bemerkbar machen. Aber was hat das mit Schlafstörungen zu tun?

Aber beeinflusst der Mond wirklich unseren Schlaf?

Die Beantwortung der Frage ist nicht ganz so einfach, obwohl es Vollmondnächte gibt, in denen sich Menschen von der einen auf die andere Seite wälzen und Unruhe verspüren, während sie sich verzweifelt wünschen, einschlafen zu können. Nach ihrem Empfinden leiden sie unter Vollmond-Schlaflosigkeit. Aber was bringt uns da eigentlich um den Schlaf?

Warum lässt uns der Vollmond angeblich nicht schlafen?
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Eine Theorie besagt, dass der Vollmond den natürlichen Melatoninstoffwechsel stört und damit Schlafstörungen auslöst. Denn das Hormon fördert das Einschlafen und wird vermehrt bei Dunkelheit ausgeschüttet. Dagegen hemmt das Licht die Produktion des Hormons in der Zirbeldrüse, die sich im menschlichen Gehirn befindet. So ist es möglich, dass der Mond, sofern er durch das Schlafzimmerfenster scheint, eine geringere Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin bewirkt. Eventuell ist es aber auch so, dass der Glaube an die Macht des Vollmonds dazu führt, dass die Menschen schon von vornherein erwarten, dass sie in dieser speziellen Mondphase schlecht schlafen können. Deswegen finden sie tatsächlich keine Ruhe.

Experten meinen, dass sich der Mond ohnehin nur auf Menschen auswirken würde, die ohnehin zu Schlafstörungen neigen.

Erste Hinweise über den Einfluss des Monds in Studien gefunden

Die moderne Schlafforschung hat sich zwar bisher nicht so stark für den Vollmond interessiert als für andere Ursachen von Schlafstörungen, dennoch haben einige Studien jüngster Zeit Ergebnisse geliefert, auch wenn sich die verschiedenen Studien widersprechen. Wissenschaftliche Hinweise auf den Einfluss des Mondzyklus auf das Schlafverhalten des Menschen lieferte zum Beispiel eine Untersuchung aus der Schweiz, die der Chronobiologe Christoph Cajochen im Jahr 2013 veranlasste.

Untersuchung des Schlafverhaltens
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Mit 33 Versuchspersonen war die Doppelblindstudie zwar relativ klein, aber sie fand im Schlaflabor statt und brachte Resultate zum Vorschein. Die Probanden schliefen in Vollmondnächten durchschnittlich 20 Minuten kürzer und brauchten 5 Minuten länger zum Einschlafen. Ihr Melatoninspiegel im Blut war vermindert und ihre Tiefschlafphasen um ein Drittel reduziert. Allerdings könnten die Versuchsteilnehmer, die kurz vor Vollmond in das dunkle und ruhige Schlaflabor kamen, zuvor hellere Abende erlebt haben. Daraus könnten sich auch die gesunkenen Melatoninspiegel erklären. Schlafstörungen wegen Vollmondnächten nicht unbedingt.

Eine andere Studie konnte die Effekte nicht reproduzieren

In einer anderen Studie, die Forscher des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie im Jahr 2014 veröffentlichten, konnte Vollmond-Schlaflosigkeit nicht reproduziert werden. Sie fand auch nicht unter denselben Bedingungen wie die Studie des Chronobiologen aus der Schweiz statt. Statt 33 Probanden waren 1265 Versuchspersonen beteiligt. Besser gesagt, es wurden in einem Nachanalyseverfahren Daten von 1265 Teilnehmern aus 2097 Nächten ausgewertet. Zudem fand die Untersuchung im häuslichen Schlafzimmer und nicht im Schlaflabor statt. Die Forscher nutzen dabei auch objektive Untersuchungsmethoden wie Hirnstrommessungen. Zudem untersuchten sie nur den Effekt der Mondphase und schlossen störendes Mondlicht aus.

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Demnach sind wohl noch weitere Studien notwendig, um die lunaren Effekte exakt erfassen zu können. Dafür müssten die Testpersonen allerdings ihren Schlaf-Wach-Rhythmus über mehrere Wochen strikt dokumentieren.

Forscher tappen weiter im Dunkeln

Eine sinnvolle physiologische Erklärung des Phänomens von Schlafstörungen in Vollmondnächten konnten die Schlafforscher bisher allerdings noch nicht finden. Wahrscheinlich ist die Reaktion des menschlichen Körpers auf die Mondphasen ein Überbleibsel seiner Evolution und ein Rest der tickenden zirkumlunaren Körperuhr der Wirbeltiervorfahren.

Die verschiedenen Mondphasen
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Das könnte ein tatsächlicher Erklärungsansatz sein. Schließlich kennen die Biologen einige Tiere mit zellulären Instrumenten, die auf die Mondphasen justiert sind, wie zum Beispiel in Küstennähe lebende Meeresorganismen, die sich mittels zirkumlunarem Rhythmus an die Gezeitenfolge anpassen. Ebenso könnten in den Zellen des Menschen evolutiv alte biochemische Lunarmetriemechanismen weiterexistieren. Dabei könnten sie sehr unterschiedliche Veränderungen hervorrufen.

Ist Vollmond-Schlaflosigkeit Mythos oder Wahrheit?

Es gibt viele Ursachen von Schlaflosigkeit. Außerdem schlafen Menschen in Industrienationen immer weniger. Allerdings ist es unklar, ob das an steigender Reizüberflutung, Stress im Job, an Partys oder an immer mehr Unterhaltungsangeboten liegt. Ebenfalls liegen gesundheitliche Gefahren in der gesellschaftlichen Entwicklung, wie zum Beispiel Schichtarbeit, Lärm oder Helligkeit in der Nacht, nächtliche Internetaktivitäten, nächtliche Medienaktivitäten sowie Freizeitaktivitäten mit regelmäßigem Schlafentzug in der Nacht.

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Selbst blauleuchtende Smartphones und das LED-Licht von Fernsehern sind weitaus häufigere Ursachen von Schlafstörungen und nicht auf den Vollmond zurückzuführen. Gerade die vielen Erfindungen der Neuzeit sind es, die Schlafprobleme verursachen können. Abgesehen von Vollmond-Schlaflosigkeit müssen viele Haushalte vor solchen Vermutungen die Basics guten Schlafs prüfen. Haben Sie die richtige Matratze, einen passenden Lattenrost und ein funktionales Bett, gibt es viele, weitere Ansatzpunkt, um für besseren und gesünderen Schlaf zu sorgen als zu verdächtigen, dass der Mond diesen stört.