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Polyphasischer Schlaf

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Können Sie sich vorstellen, täglich nur 2 Stunden zu schlafen? Und halten Sie es für möglich, dass Sie so fit wären als wären es 8 Stunden gewesen. Polyphasische Schlafmuster sollen den Schlaf auf mehrerer kürzere Phasen aufteilen und dennoch die benötigte Erholung gewähren. Erfahren Sie hier, ob dieses Konzept tatsächlich wirksam ist.

Schlafgewohnheiten ändern sich

Theraline Plüschmond grauUnser Schlafmuster verändert sich ständig im Laufe unseres Lebens. Als Neugeborene ruhen wir in mehreren Schlafphasen in späteren Lebensphasen in der Regel nur in der Nacht. Im Seniorenalter verkürzt sich die Nachtruhe, dafür hält man gerne mittags ein Nickerchen. Die ganz natürliche Veränderung im Laufe unseres Lebens können wir jedoch auch bewusst steuern und den Schlaf auf unterschiedliche Phasen verteilen. Einige Menschen schwören auf einen polyphasischen Rhythmus für Erwachsene.

Doch eignet sich das wirklich, um stets ausreichend Kraft zu schöpfen? Welches Schlafkonzept Sie auch bevorzugen – bequemes Bettzubehör wie Matratze, Decke und Kissen gehören immer dazu.

Was bedeutet polyphasischer Schlaf?

Ein Rhythmus von mehreren Schläfchen pro Tag wird als polyphasisch oder Mehrphasenschlaf bezeichnet. Dabei soll sich der Körper effektiver erholen als bei einem langen Schlaf in der Nacht. Insgesamt nimmt die Ruhemenge ab und kann auf 2 Stunden reduziert werden, ohne müde und erschöpft zu sein. Dadurch bleibt mehr Zeit für tägliche Aktivitäten. Allerdings müssen die Ruhezeiten fest eingehalten werden.

Zeitmanagement mit Mehrphasenschlaf
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Verschiedene mehrphasige Schlafmuster

Biphasisch

Nach diesem polyphasischen Muster schlafen vor allem die Menschen in südlichen Ländern und Ältere. Dabei wird eine Schlafphase in der Nacht mit ca. 6 Stunden von einem Mittagsschlaf von ca. 20 Minuten ergänzt. Alternativ wird auch ein Schema mit 4,5 Stunden Ruhe in der Nacht und 90 Minuten zur Mittagszeit angewendet.

Triphasisch

Hierbei wird dreimal täglich für 1,5, also insgesamt 4,5 Stunden geschlafen. Der triphasische Schlafrhythmus lässt sich leicht erlernen, denn der Körper hat genug Zeit, in den REM-Schlaf einzutreten.

Everyman

Dieses polyphasische Muster wird in eine kurze Schlafphase in der Nacht von ca. 1,5 bis maximal 4,5 Stunden und mehrere Phasen tagsüber, die nicht länger als 20 Minuten dauern sollten, aufgeteilt. Im Extremfall kann die Gesamtzeit auf 3 Stunden pro Tag reduziert werden.

20 minütige Schlafphasen sind Teil des polyphasischen Musters
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Dymaxion

Dieser Begriff wurde vom Architekten Richard Buckminster Fuller geprägt, der diesen für etliche seiner Erfindungen verwendetet und bedeutet „dynamische maximale Spannung“. Das Muster kommt ohne eine zentrale Schlafphase aus. Der gesamte Ruhebedarf wird durch 4 halbstündige Schläfchen abgedeckt.

Übermensch

Bei diesem Schlafrhythmus wird die Gesamtschlafdauer auf ebenfalls 2 Stunden pro Tag reduziert. Hierbei wird allerdings in regelmäßigen Abständen für ca. 20 Minuten ein kurzer Schlaf eingelegt. Es gibt also 6 sehr kurze Phasen. Dies erfordert eine sachte Übergangsphase sowie unbedingte Disziplin. Wirklich nach diesem Muster zu leben, gestaltet sich generell als sehr schwierig.

Hat polyphasischer Schlaf wirklich Vorteile?

Wenn man den klassischen monophasischen Schlaf mit fünf REM-Phasen gewohnt ist, muss sich der Körper erst an die Umstellung gewöhnen.

Theraline myO KissenDie Umstellungsphase dauert in der Regel ca. zwei bis drei Wochen. Danach kommt der Körper sofort in die REM-Phase, sobald er schläft. Diese ist enorm wichtig, damit sich Körper und Geist richtig erholen können. Wer polyphasisch schläft, kann sich schon innerhalb von 20 Minuten regenerieren und gut erholen. Allerdings sind diese Rhythmen noch nicht hinreichend wissenschaftlich untersucht. Aber Selbsttests haben ergeben, dass sie durchaus zu einer Leistungs- und Kreativitätssteigerung führen können.

Welche Nachteile gibt es dabei?

Die Tiefschlaf- ist ebenso wie die REM-Phase notwendig, um sich wirklich gut erholen zu können. Bei einigen Schlafmustern fällt diese jedoch aus. Zudem erfordert die Umstellung auf einen polyphasischen Schlafrhythmus ein hohes Maß an Disziplin. Ebenso erfordert die Übergangszeit starke Nerven und viel Geduld. Das Auslassen einer Schlafphase kann zunächst einen sofortigen starken Leistungsabfall zur Folge haben. Übermüdung und Konzentrationsprobleme sind nicht selten in dieser Zeit.

Wird der Gesamtschlaf stark minimiert, wie beispielsweise bei Übermensch oder Dymaxion, kann sich sogar die Selbstwahrnehmung verschieben.

Sind polyphasische Schlafrhythmen für jeden geeignet?

Wer seine Schlafzeit etwas verkürzen möchte, um seine Zeit optimal aktiv zu nutzen, für den ist der biphasische Rhythmus mit ein bis zwei tiefe Schlafphasen ideal. So stehen dann sogar bis zu 2 Stunden mehr Zeit täglich zur Verfügung.

Entscheiden Sie, welche Schlarf-Art die richtige für Sie ist!
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Extreme Schlafmodelle sind in der Welt des Sports zu finden. Sportler zum Beispiel, die an mehrtägigen Marathons teilnehmen, richten sich häufig nach polyphasischen Schlafrhythmen, da sie so ihre Leistung konstant halten können, selbst bei stark reduziertem Gesamtschlaf. Jedoch sind das stets nur kurze Phasen und das Konzept wird nicht monatelang durchgezogen.

Experten betonen immer wieder den Circadianen Rhythmus.

Das bedeutet, Menschen haben in der Nacht eine starke Schlafneigung wegen des fehlenden Sonnenlichts. So ist also mehrphasischer Schlaf gar nicht für längere Zeit und nicht für jeden geeignet, da sonst wichtige Schlafphasen fehlen. Vor allem kann der mehrphasige Schlafrhythmus im beruflichen Alltag gar nicht eingehalten werden.

Monophasischer besser als polyphasischer Schlaf?

Beim monophasischen Schlafrhythmus wird eine Ruhedauer von einmal täglich 6 bis 8 Stunden eingehalten. Die Mehrheit der Menschen schläft auf diese Weise. Bi- oder Triphasischer Schlaf ist jedoch mit etwas Disziplin gut umzusetzen, ohne sich physischen Problemen auszusetzen. Auch heute noch sind in vielen Ländern mehrere Schlafphasen üblich, wie zum Beispiel in den südlichen Ländern, in denen Mittagsschläfchen, sogenannte Siestas, gehalten werden. Konzepte wie Übermensch oder Dymaxion richten sich eher an sportlich aktive Personen und sollte nur über eine gewisse Zeit erfolgen, da sie sich auf Dauer negativ auf die Gesundheit auswirken.