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7 Mythen zu gesundem Schlaf

Erholsamer und gesunder Schlaf ist sehr wichtig für uns. Daran gibt es keinen Zweifel. Es gibt jedoch eine ganze Reihe von Behauptungen, die sich rund um guten Schlaf drehen. Finden Sie heraus, welche davon sich als korrekt und welche sich als großer Irrtum erweisen!

Mythos 1: Jedem hilft Schäfchenzählen bei Einschlafproblemen.

Schon unseren Großeltern wurde geraten, Schäfchen zu zählen, wenn sie nicht einschlafen konnten. Einer der Schlafmythen, die wohl jeder von uns kennt. Als Kinder hat uns dieser Ratschlag geholfen. Bei Erwachsenen jedoch scheint das Zählen nicht auszureichen, um ruhig einschlafen zu können. Häufig kreisen Alltagsprobleme im Kopf herum, die sich nicht so einfach wegzählen lassen. Kinder haben diese Sorgen nicht und können sich mit Schäfchenzählen eher beruhigen als wir Erwachsenen.

© jokatoons / Fotolia.com
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Um besser einschlafen zu können, hilft es Erwachsenen, sich eine schöne Umgebung oder Situation vorzustellen, die besonders beruhigend wirkt. Das kann zum Beispiel Urlaub am Strand sein oder eine andere erholsame Situation. Wer es trotzdem mit Schäfchenzählen versuchen möchte, der sollte sich die Schäfchen in einer unberührten und schönen Natur vorstellen, während er zählt.

Mythos 2: Der beste Schlaf ist der vor Mitternacht.

Dieser Schlafmythos stammt noch aus den Zeiten, als die meisten Menschen früh ins Bett gingen. Sie hatten ihre Tiefschlafphase ungefähr um Mitternacht. Dementsprechend standen die Menschen damals auch viel früher auf.

© Syda Productions / Fotolia.com
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Doch jeder Mensch hat seinen eigenen Schlafrhythmus. Der eine geht früher zu Bett, der andere später. Entscheidend ist laut Experten das erste Drittel des Schlafes. In dieser Zeit sollten wir tief schlafen und nicht gestört werden. Denn dann befinden wir uns in der erholsamsten Phase. Dabei ist es egal, ob diese Zeit vor oder nach Mitternacht liegt.

Mythos 3: Nackt schlafen ist gesund.

Manche Menschen meinen, dass Schlafen ohne Bekleidung gesund sei. Vor allem verlocken warme Sommernächte, unbekleidet zu schlummern. Experten raten jedoch zu einer leichten Schlafbekleidung, auch in warmen Sommernächten, da diese den Körper, ganz besonders Arme und Schultern, vorm Auskühlen bewahrt. Die Kleidung sollte den Körper dabei jedoch nicht einengen.

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Da die Temperaturregulation des Körpers während der REM-Schlafphase (Traumschlaf) nicht funktioniert, ist das Risiko, sich zu unterkühlen sehr hoch. Wer also nackt schläft, kann sich unterkühlen. Ein Vorteil von Schlafbekleidung ist auch, dass sie Schweiß aufnehmen kann.

Mythos 4: Am besten schläft man beim Fernsehen ein.

Manche Menschen können vor dem laufenden Fernseher gut einschlafen, vor allem, wenn es auf dem Sofa oder Sessel gemütlich und kuschelig ist. Die gemütliche Atmosphäre und das Gefühl von Geborgenheit sorgen für Wohlgefühl.

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Vor dem Fernseher einzuschlafen, ist jedoch nicht gesund. Denn die ersten Stunden sind die wichtigsten. Wer vor dem laufenden Fernseher einschläft, wird immer wieder durch Stimmen und Flackern des Bildes gestört. Das stört die Ruhe, die er zum Schlafen braucht.

Mythos 5: Acht Schlafstunden müssen unbedingt sein, damit sich der Körper gut erholen kann.

Häufig ist zu hören, dass acht Stunden schlafen gesund sei. Das stimmt jedoch nicht für jeden Menschen. Mancher kommt mit weniger Stunden aus und mancher braucht mehr. Demnach ist die Schlafdauer von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich.

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Es gibt Menschen, die acht Stunden schlafen (Normalschläfer), Menschen, die mehr als acht Stunden brauchen (Langschläfer) und Menschen, die nur vier bis fünf Stunden benötigen (Kurzschläfer). Auch ist das Schlafpensum von der Art der Tätigkeit abhängig. Wer mit dem Kopf arbeiten muss, schläft flacher und ist dadurch leichter aufzuwecken. Dadurch benötigt er aber mehr Zeit zum Schlafen. Menschen, die hingegen körperlich arbeiten, kommen mit weniger Schlafstunden aus.

Mythos 6: Schlaf macht schön.

Jeder von uns hat bestimmt schon einmal den Spruch gehört: „Ich brauch jetzt meinen Schönheitsschlaf.“ Meistens sind es die Frauen, die das sagen, wenn sie sich etwas früher als andere von einer Veranstaltung oder Party verabschieden. Es klingt wie eine Ausrede, um früher nach Hause zu kommen. Jedoch liegt etwas Wahres an diesem Satz.

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Forscher haben experimentell ermittelt, dass ausgeschlafene Menschen von ihrer Umgebung attraktiver und gesünder wahrgenommen werden. Der Grund für die Verschönerung ist, dass sich in der Nacht die Körperfunktionen regenerieren und erholen und damit auch die Haut. In der Nacht sind die Zellerneuerungsrate und das Zellwachstum höher als am Tag. Denn tagsüber ist unsere Haut damit beschäftigt, äußere Umwelteinflüsse abzuwehren. Hinzu kommt, dass sich nachts der Feuchtigkeitsspeicher unserer Haut wieder füllt. Das bedeutet, viel Schlaf sorgt für weniger Falten und sogar für eine bessere Wundheilung.

Mythos 7: Schlaf macht schlank.

Abnehmen im Schlaf. Das klingt wie ein Märchen. Es ist aber möglich. Denn nachts regenerieren sich nicht nur die Körperfunktionen, sondern es werden auch Stoffwechselprodukte abtransportiert und entsorgt. Die Energiequelle dafür stammt hauptsächlich aus dem Fett im Körper. Außerdem stellt unsere Hirnanhangsdrüse im Schlaf das Wachstumshormon Somatotropin her, das dem Körper hilft, die Zellneubildung zu beschleunigen. Gleichzeitig erleichtert das Hormon den Abbau von Fettzellen.

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Es spielen dabei allerdings noch mehr Faktoren eine Rolle. In den Fettzellen wird während des Schlafes das Hormon Leptin gebildet, das den Hunger zügelt. Der Magen produziert jedoch einen Gegenspieler, das appetitanregende Hormon Ghrerlin. Schlafen wir zu wenig, dann bildet unser Körper weniger Leptin und dafür mehr Ghrerlin. Das heißt, wir haben tagsüber mehr Hunger und essen mehr. Bei demjenigen, der genügend schläft, bei dem kehrt sich das Verhältnis um und er hat weniger Appetit. Das bedeutet, wer ausreichend schläft, kann tatsächlich schlank werden. Allerdings können wir schlafend nur abnehmen, wenn wir uns am Tag gesund und ausgewogen ernähren.